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Fichtelsee

 Fichtelsee 10,5 ha großer, künstlich angelegter Stauweiher in der waldreichen Einsattelung zwischen Ochsenkopf und Schneeberg, N´ der Gem. Fichtelberg gelegen.

Fassungsvermögen: ca. 520.000 Kubikmeter Wasser
größte Wassertiefe: 16 m
Höhenlage: 752 m ü. NN

 Er dient als Naturfreibad und mit seinen umliegenden Einrichtungen wie Liegewiese, Kinderspielplatz, Sportflächen und Rundwegen als beliebtes Naherholungsgebiet.

 Eine fischwirtschaftliche Nutzung ist wegen der extremen Übersäuerung (pH-Wert durchschnittlich 4,23) nicht möglich.

Geschichte:
Bei der Grenzbeschreibung des herrschaftlichen Waldes 1393 erscheint der Hinweis "in den sehe (= See) auf den Fichtelberge", bei der Beschreibung des Wildmeisteramtes Waldeck 1435 "piß an See".

 Matthias von Kemnath berichtet 1476 in seiner ersten Beschreibung des Fichtelgebirges über den "sehe"; aus dem vier schiffreiche Wasser kreuzweis
in die Welt fließen: Main, Naab, Saale, Eger. Seit dieser Zeit schrieben alle nachfolgenden Chronisten von dem "weltberuffenen Fichtelberger See", ohne ihn gesehen zu haben.

 Ob es sich damals um einen See im heutigen Sinne gehandelt hat, wird von Wissenschaftlern angezweifelt. Vielmehr wird es sich um ein wasserreiches Hochmoor gehandelt haben, das im Nordteil heute noch teilweise vorhanden ist.
Erstmals wird 1607 ein Seeweiher genannt, der für die Eisenhammerwerke Gottesgab (jetzt OT Neubau der Gem. Fichtelberg) zusammen mit anderen Wasserstauanlagen angelegt wurde, der Abfluß hieß 1650 "Seegraben". Für die zusätzliche Wasserzufuhr wurde 1608 die Gregnitz zum Seeweiher umgeleitet, heute als Lochbach bezeichnet. Eine weitere Zuleitung aus dieser Zeit war der Paschenbach.

 1795 wird mit einem Dammbau durch das Bergamt Gottesgab berichtet, was in der Literatur häufig als Geburtsstunde des Fichtelsees bezeichnet wird.
1934/35 war der Damm des Fichtelsestauweihers schadhaft geworden, der See zu einem Tümpel verkommen. Deshalb wurde der Damm durch einige Werksbesitzer des oberen Naabtals und durch die Gemeinde Fichtelberg erhöht; dadurch entstand der bis 1983 vorhandene Fichtelsee.

 1977/78 mußte der Wasserspiegel des Fichtelsees abgesenkt werden, weil der Damm undicht geworden war. Der "Zweckverband zur Förderung des Fremdenverkehrs und des Wintersports im Fichtelgebirge" beschloß daraufhin den Ausbau und die Sanierung des Fichtelsees durch Errichtung der Wasserfläche, wobei das Wasserwirtschaftsamt Bayreuth als Träger der Baumaßnahme fungierte. Vom Frühjahr 1983 bis Sommer 1986 entstand ein neuer, 20 m hoher Erddamms des alten Sees mit einer Dammkronenlänge von 325 m. Die gesamte Wasserfläche erweiterte sich dadurch auf 10,5 ha.

 1939 wurde die Torf-, See- und Hüttenlohe, die Gegend n und ö des Fichtelsees mit einer Fläche von 45,4 ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Der See selbst liegt außerhalb des Naturschutzgebietes, ist aber in die Landschaftsschutzkarte eingetragen.

 1982 wurde der Schutz der Vegetation um den See weiter ausgedehnt und zum "Naturwaldreservat Fichtelseemoor" mit einer Größe von 139,2 ha erklärt. Davon sind 54,6 ha als Kernzone und 84,6 ha als Schutzzone ausgewiesen. Die Kernzone bleibt von Menschenhand absolut unberührt, es findet auch keine forstwirtschaftliche Nutzung und Pflege statt, die Natur wird sich völlig selbst überlassen. Mit der Maßnahme gelang es, die für das Hochmoor charakteristischen Zwergsträucher, Kräuter, Gräser und Torfmoose und den Bestand der Sumpfföhre (Spirke) wirkunsvoll zu schützen.

 Die seinerzeitige Wasserentnahme des Berg- und Hüttenamtes Fichtelberg aus den Lohen förderte das Austrocknen des Fichtelseemoores. Schließlich war die Austrocknung soweit fortgeschritten, daß um 1840 mit dem systematischen Abbau des Torfes als Brennmaterial für die Fichtelberger Eisenwerke und Glasbetriebe begonnen wurde. Der Brennstoff gelangte auch nach Bayreuth zur Beheizung des Zuchthauses, der Justizgebäude und der Kaserne.

 Der letzte Torfstich im Fichtelgebirgsbereich erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Stadt Wunsiedel.

 
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